Das abgebildete Familienwappen wurde am 3.Februar 1528 am Hofe des Kaisers Karl V.

in Burgos/Castilien dem katholischen Geistlichen Johannes Oldekop aus Hildesheim verliehen. Da dieser kinderlos bleiben mußte wurde es auch gleichzeitig seinem Onkel Heinrich Oldekop zugesprochen. Warum der eigentliche Empfänger (Johannes O.) in der Urkunde nicht einmal erwähnt wird, muß ewig im Dunkel der Geschichte bleiben.

 

Der Wappenbrief wird im Östereichischen Staatsarchiv ,Abt.Haus-Hof-und Staatsarchiv,Wien, aufbewahrt (Karl V. war Habsburger !)

(genaue Fundstelle: Reichsregisterband Karls V.,Band 7,Folio 105v(ersa))

(Bestätigung des Österreichischen Staatsarchivs)

 

 

 

 

 

 

Abschrift des Wappenbriefes:

 

Oldekop Wappenbrief 1528

"Wir Karl der fünfft etc, bekennen für unns unnd unnser nachkomen am reiche offennlich mit disem brief unnd thun khundt allermeniglich, das wir gütlich angesehen , haben solch erbarkheit frombkheit gut sitten tugent unnd vernunfft, darmit unnser unnd des reichs lieber getrewer Hainrich Oldenkop vor unnser Majestät berümbt wieder auch die getrewen und vleyssigen diennsten so er sich unns unnd dem heyligen reiche zu thun erbewt unnd hinfüro wol thun mag unnd soll, unnd darumb mit wolbedachtem muet zeitigem rat unnd rechter wissen demselben Hainrichen Oldenkop seinen eelichen leibserben unnd derselben erbenserben man unnd frawen personen für unnd für in ewig zeit daß hernach geschriben wappen unnd clainot, so mit namen sein ein schildt von dem unndtern mittel biß in das uber mittel des schildts hinauff gleich abgeteilt, das recht gelb oder goltfarb darin ein halber schwartzer adler nach der leng den fues gelb oder goltfarb in das vorder unndter eck kerend, den kopff für sich wartz des schildts aufgethanem rechten flug aufgethanen gelben schnabel unnd ausgeschlagener zungen, habend umb den kopff ein gelb oder goldtfarben diadema, das linckhtail des schilts blaw oder lasurfarb, darin drey gelb oder goltfarb danzapffen ob ain annder unnderscheidlich lanend mit den spitzen gegen dem vorderthail, darauff ein helm geziert mit ainer blawen oder lasurfarben unnd gelben oder goltfarben helmdeckh, darauff gegen dem vordertail aus ainem blawen oder lasurfarben unnd gelben oder goldfarben gewundenem pawsch ain obertail ains schwartzen adlers on flug für sich wartz des schildts kerend habend auch ainen gelben oder goltfarben diadema unnd in dem gelben schnabel ain reißlein daran hangend ein danzapffen, das vordertheil desselben blaw oder lasurfarb unnd das hinderthail gelb oder goltfarb, wie dann solch wappen unnd clainot in mitte ditz unsers kayserlichen briefs gemalt unnd mit farben aigentlichen ausgestrichen sein, von newem gnediglich verlihen unnd gegeben, Verleyhen unnd geben ime unnd seinen etc. Sunder den lehenartickel bey einer poen nemblich XX marckh lottigs goldes etc, doch anndern etc. Mit urkundt etc. Geben in unnser stat Burgos in Castilien am dritten tag , des monats february nach Christi unnsers lieben etc, im XVC unnd XXVIIIsten unnserer reiche des romischen im neundten unnd der anndern aller im dreytzehenden jaren,

C A R O L U S

Ad mandatum etc. Alexander Schweis."

 

 

Adel oder nicht ????

Die Formulierung im Wappenbrief "...sunder den lehenartickel...." wurde jahrhundertelang als "Adelung"

der Familie Oldekop interpretiert.

Das war praktisch, denn um den Zugang zur Offizierslaufbahn zu erhalten, mußte schon ein "von" dabei sein.

Dies läßt sich heute nicht mehr aufrechterhalten, denn der Lehensartikel war definitiv keine Erhebung in den

Adelsstand ! (vgl. www.adelsrecht.de)

 

 

 

 

 

Schließlich hat der große Familienforscher Karl Henning Oldekop

dieses Wappen 1956 in die Wappenrolle des Heraldischen Vereins "Zum Kleeblatt" eintragen lassen.

 

 

Was man sonst noch wissen sollte...

Es existiert noch eine Nebenform des Wappens, die von Hermann Oldekop geführt wurde.

Er wurde 1681 tatsächlich als Offizier in schwedischen Diensten geadelt und erhielt das folgende Wappen:

 

 

Dieses Wappen gleicht im Grundaufbau dem Ursprungswappen von 1528, allerdings sind hier statt der Tannenzapfen im Schild 3 übereinanderstehende Kanonenkugeln eingefügt. Aus der Helmzier entsteigen zwei mit Schwertern bewaffenete und gepanzerte Arme. Dadurch wird ein deutlicher Hinweis auf den Empfänger des Wappens in seiner Eigenschaft als Berufssoldat gegeben.

Außerdem wird die Verleihung des Adelsprädikates durch die Helmkrone und durch die Einfügung des Bügelhelms statt des Stechhelms (wie bei "einfachen" Familienwappen) angezeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und schließlich....

 

ist dem großen Wappenbuch "Siebmacher" in Tafel 73 ein Fehler unterlaufen:

offensichtlich in Unkenntnis des Wappenbriefes oder aufgrund von ungenauen

Zeichnungen wird das Wappen mit 3 Weinreben (!) statt 3 Tannenzapfen im Schild

(und im Schnabel des Adlers) dargestellt: